Selbstschädigendes Verhalten und schlechte Gewohnheiten ändern
- Wie Sie selbstschädigendes Verhalten Schritt für Schritt überwinden.
- Wie Sie ihre schlechten Gewohnheiten mit einer bewährten Methode in Gute verwandeln.
Leiden Sie unter selbstschädigendem Verhalten oder schlechten Gewohnheiten? Kämpfen Sie manchmal mit Gewohnheiten, die ihnen zur Last fallen und für ihr Wohlbefinden zur Beeinträchtigung geworden sind?
Unsere Gewohnheiten bestimmen ganz wesentlich darüber, wie unser Leben abläuft.
Es gibt solche, die uns eher gut tun und solche, die uns eher schaden. Die einen wirken potenziell lebensverlängernd, die anderen lebensverkürzend.
Gewohnheiten von Außen betrachten
Wenn wir uns selbst von außen her betrachten, können wir uns unsere Gewohnheiten bewusst machen. Ein guter Indikator dafür, ob wir gerade einer guten oder schlechten Gewohnheit nachgehen sind unsere
Gefühle .
Gewohnheiten, die nicht geändert werden solltenNicht verändert werden sollten Gewohnheiten, die der Erfüllung natürlicher Gegebenheiten dienen. So wäre es unklug, wenn Sie sich z. B. den Konsum einer bestimmten Art von Lebensmittel abgewöhnen, die für ihren Körper unverzichtbare Substanzen enthalten. Zwar wäre so eine Änderung willentlich möglich, sie würde langfristig jedoch zu gesundheitlichen Schäden führen.
Wir stellen hier einen Weg zur systematischen Änderung von Gewohnheiten vor, der sich für uns gut bewährt hat:
10 Schritte Methode zur systematischen Veränderung von Gewohnheiten
- Schritt 1: Stellen Sie eine Liste mit all ihren Gewohnheiten auf!
- Schritt 2: Gestehen Sie sich selbstschädigendes Verhalten ein ohne sich selbst abzuwerten dabei!
- Schritt 3: Akzeptieren Sie alles was jetzt ist, lassen Sie los, und machen Sie ihr Ziel unwichtig!
- Schritt 4: Lernen Sie alles über ihr Verhalten was möglich ist und finden Sie eine bessere Verhaltensalternative!
- Schritt 5: Setzen Sie sich klare Ziele und schaffen Sie sich damit starke Motive!
- Schritt 6: Trainieren Sie bevor Sie etwas verändern alles erst mal in Gedanken!
- Schritt 7: Heute pack ich es!
- Schritt 8: Verstärken Sie das neue Verhalten!
- Schritt 9: Stabilisieren Sie ihre neue gute Gewohnheit!
- Schritt 10: Geschafft!
Schritt 1: Stellen Sie eine Liste mit all ihren Gewohnheiten auf!Beginnen Sie mit einer Auflistung all ihrer Gewohnheiten. Danach prüfen Sie, welche davon günstig für Sie sind und welche Sie lieber durch neue ersetzen würden. Es folgt ein Beispiel, wie diese Liste ausehen könnte.
In den Spalten 2 und 3 werden exemplarisch die positiven oder negativen Auswirkungen der Gewohnheiten bewertet. Die Bewertung ist subjektiv und kann daher von Mensch zu Mensch, je nach Wertesystem sehr verschieden ausfallen:
| Liste Gewohnheiten | nützlich? 1-10 Punkte | schädlich? 1-10 Punkte | ersetzen? | wenn ja, wodurch? |
| Nach dem Essen noch eine rauchen |
| 9 | ja |
|
| Meine Partnerin dafür schelten, wenn sie ihre Sachen im Bad liegen lässt | | 7 | ja |
|
| Nach der Arbeit noch mit ein paar Kollegen plaudern | 3 |
| nein | |
| Abends vor den Fernseher setzen zur Unterhaltung |
| 4 | ja |
|
| Den Waldi jeden Tag gassi führen | 7 |
| nein |
|
| usw... | | |
| |
Möchten Sie gleich mitmachen und eine Liste mit ihren Gewohnheiten aufstellen?
Bei der ersten Überlegung gelangen meist nur wenige Gewohnheitsmuster in das Bewusstsein. Nach einigen Tagen Selbstreflexion kommen i.d.R. mehr davon aus dem Unterbewusstsein dazu.
Gleich weg mit den alten selbstschädigenden Gewohnheiten?Versuchen Sie nicht, gleich mehrere Gewohnheiten und alles selbstschädigende Verhalten auf einmal über Bord zu werfen, wenn Sie vieles ändern möchten.
Greifen Sie sich nur
eine einzige heraus und arbeiten Sie mit dieser jeden der folgenden Teilschritte vollständig ab.
Für die Änderung einer festen Gewohnheit muss ihr Gehirn sehr viel energiereiche Arbeit leisten. Würden gleich mehrere Gewohnheiten gleichzeitig bearbeitet, würde das den Erfolg unwahrscheinlich machen.
Sobald Sie einen der Teilschritte bewältigt haben, fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort.
Schritt 2: Gestehen Sie sich selbstschädigendes Verhalten ein ohne sich selbst abzuwerten dabei!Können Sie sich eingestehen, dass Sie eine Gewohnheit haben, die selbstschädigend ist? Beschuldigen Sie sich auf keinen Fall dafür. Betrachten Sie diesen Aspekt wie ein neutraler Schiedsrichter. Stellen Sie sich ernsthaft die folgenden Fragen:
Wie äußert sich meine Gewohnheit? In welchen Situationen tritt sie immer wieder auf?
Will ich wirklich diese Gewohnheit überwinden?
Was für Vorteile bringt mir das?
Was würde passieren, wenn ich so weiter mache wie bisher?
Bringt mein Verhalten Vorteile für mich, die ich ungern aufgeben möchte oder die ich noch brauche?
Schritt 3: Akzeptieren Sie alles was jetzt ist, lassen Sie los, und machen Sie ihr Ziel unwichtig!Schätzen und loben Sie sich auch
mit der Gewohnheit, die Sie am liebsten los wären.
Erlauben Sie sich ganz bewußt diese Gewohnheit und legen Sie alle Zwänge, diese unbedingt loswerden zu müssen ab!
Wenn Sie gerne mit
selbststärkenden Formeln (Affirmationen) arbeiten, wäre die Einstellung:
"Ich nehme mich voll und ganz an, mit all meinen Stärken und Schwächen, ich bin o.k."sinnvoll. Wir können frei entscheiden, wie wir Ereignisse, die im Leben passieren für uns selbst beurteilen. Bewerten Sie alle ihre Verhaltensweisen besonders auch dann, wenn diese nicht ihrem Wunsch entsprechen positiv, tolerierend oder wohlwollend. Erinnern Sie sich daran, dass Sie Fehler korrigieren können.
Werden Sie sich bewusst, dass es nicht schlimm ist, sich so zu verhalten wie bisher, da Sie sich in einem permanenten Lernprozess (das Leben) befinden und jetzt vor der freien Wahl stehen, ein Stückchen weiter zu gehen in diesem Prozess, ohne Zwang das tun zu müssen.
Dieser Trick der Selbsterlaubnis ist von großer Bedeutung. Er bewirkt, dass Sie aufhören können, ihr unerwünschtes Verhalten an sich selbst abzulehnen. So kommen Sie mit ihrer Aufmerksamkeit davon los. Solange Sie gegen ein bestimmtes Verhalten ankämpfen, halten Sie es stabil.
In den letzten Jahren wurde die EFT Methode (Emotional Freedom Techniques) als therapeutisches Konzept populär. Diese Methode kann auch angewendet werden, um das Ändern von hartnäckigem selbstschädigendem Verhalten zu unterstützen. Ein wichtiger Schritt bei der EFT Methode ist die bedingungslose Selbstakzeptanz, gerade dann, wenn etwas unerwünschtes im Bezug auf die eigene Person vorhanden ist.
EFT- Methode, Autor Christian ReilandSchritt 4: Lernen Sie alles über ihr Verhalten was möglich ist und finden Sie eine bessere Verhaltensalternative!Da Sie sich nun akzeptieren und sich trotz der Gewohnheit, die Sie los werden wollen schon recht wohl fühlen in ihrer Haut können Sie nach Alternativen für ihre Gewohnheit forschen.
Lernen Sie über ihr unerwünschtes Verhalten soviel Sie finden können. Es gibt immer Menschen, die ein ähnliches Verhaltensmuster erfolgreich aufgelöst haben. Diese machen Sie sich am besten zu ihren Vorbildern. Informieren Sie sich umfassend über alle möglichen Alternativen, die es für dieses Verhalten gibt. Stellen Sie zielgerichtete
Fragen und forschen Sie nach Antworten.
Forschen Sie solange, bis Sie sich sicher sind, eine bessere, d.h. gesündere und glückbringendere, ein gutes Gefühl verleihende Alternative gefunden haben. Beobachten Sie andere Menschen, die das bereits geschafft haben. Besuchen Sie Kurse zu dem Thema. Je umfassender ihr Know How wird über all ihre Möglichkeiten, desto größer werden die Chancen, dass sich ihr Verhalten wunschgemäß verändern wird.
Schritt 5: Setzen Sie sich klare Ziele und schaffen Sie sich damit starke Motive!Nun wissen Sie in etwa, wo es hingehen soll. Formulieren Sie jetzt klipp und klar ihr Ziel.
Wenn Sie noch nicht so viel Erfahrung mit aktivem Ziele- setzen haben, beachten sie die Tipps zum Formulieren von Zielen wie wir sie im Artikel
Problem mit der Schule für Schüler unter
Rettungsanker 5 beschrieben haben.
Bauen Sie zusätzliche Motivation auf, indem Sie sich fragen, was für Vorteile Sie erleben werden, wenn Sie sich ein neues nützliches Verhalten dauerhaft zu eigen gemacht haben und welche Nachteile es mit sich bringen wird, wenn Sie so fortfahren wie bisher.
Betrachten Sie ihre neue Wunschalternative als Chance und als Möglichkeit. Forschen Sie nach guten Argumenten, warum es realistisch ist, dass Sie die Veränderung tatsächlich schaffen und in Zukunft dauerhaft erleben werden.
Schritt 6: Trainieren Sie bevor Sie etwas verändern alles erst mal in Gedanken!Hier folgt ein Trick, den sich nicht nur erfolgreiche Sportler immer wieder zu Nutze machen:
Gehen Sie in einen möglichst tief entspannten Zustand. Am besten Sie unterstützen das mentale Trainieren mit angenehmer Entspannungsmusik.
Spielen Sie nun möglichst viele Situationen, in denen Sie ihr unerwünschtes Verhalten bisher praktizieren durch. Ersetzen Sie es in ihrem Film durch die von ihnen gewählte Alternative (vgl. Schritt 4).
Sehen Sie sich selbst möglichst deutlich beim Erleben dieser Situationen. Am Anfang kann das schon etwas mühsam sein. Fahren Sie mit dem Training solange fort, bis die Filme in ihnen fast automatisch wunschgemäß verlaufen.
Machen Sie sich die Bilder und Filme, die Sie dabei sehen so klar und deutlich wie möglich. Spielen Sie mit den Farben, mit der Helligkeit, mit der Größe und mit dem Blickwinkel, aus dem Sie die Situationen sehen. Erzeugen Sie schöne Gefühle dabei. Je intensiver, desto wirksamer ist das Training. Lassen Sie, wenn Sie einen Wunsch- Film gefunden haben diesen mehrmals vor und zurück laufen.
Am besten beschränken Sie sich eine Zeit lang voll auf das mentale Training, solange bis es ihnen leicht fällt.
Hörbuchtipp:
Wie rauchen aufhören?
Viele Menschen quälen sich mit Vorsätzen und vergeblicher Willensanstrengung beim Ziel, mit dem Rauchen aufzuhören. Hier stellen wir eine Methode vor, die sehr günstig und mühelos ist und die bei genügend Geduld obendrein optimale Erfolgschancen bietet.
Nichtraucher werden mit der richtigen Vorgehensweise
vielleicht doch nicht sooo schwer?
Schritt 7: Heute pack ich es!Wenn Sie bei Schritt 6 gründlich gearbeitet haben, dann fällt ihnen dieser ziemlich leicht:
Durchbrechen Sie jetzt in voller Absicht ihre unerwünschte Gewohnheit und setzen Sie die gesunde und glückbringende Verhaltensalternative an deren Stelle!
Es reicht, wenn es nur ein einziges Mal klappt, dann können Sie mit Schritt 8 weiter machen.
Sollten Sie danach wieder vorübergehend rückfällig werden, wäre das kein Problem. Verurteilen Sie sich nicht dafür, sondern kehren Sie einfach zu Schritt 6 zurück und vertiefen Sie das mentale Training.
Danach starten Sie den nächsten Anlauf in der Praxis.
Schritt 8: Verstärken Sie das neue Verhalten!Jetzt verstärken Sie, sobald Sie ihr Muster einmal durchbrochen haben das Erfolgsgefühl und loben sich über den grünen Klee dafür. Belohnen Sie sich gleich direkt nach dem Erfolg (natürlich mit etwas glückbringendem, nicht mit einer anderen schlechten Gewohnheit).
Schritt 9: Stabilisieren Sie ihre neue gute Gewohnheit!Ein Fahrzeug, das einmal durch eine Engstelle durchkam, passt auch zweimal und immer wieder durch. Praktizieren Sie jetzt ihre neue Alternative so oft wie möglich.
Je öfter Sie das selbstschädigende Verhalten knacken, desto mehr wird sich ihre gewünschte neue Gewohnheit stabilisieren. In dieser Phase kann es noch vorkommen, dass Sie mal in die alte Gewohnheit verfallen. Bleiben Sie konsequent dran, dann wird sich das gewünschte Gewohnheitsmuster rasch verfestigen.
Schritt 10: Geschafft!Nun haben Sie die neue gewünschte Möglichkeit so oft praktiziert, dass es für Sie immer selbstverständlicher wird, diese zu wählen. Sie erleben höchstens noch seltene Rückfälle in das alte Fahrwasser. Sollte es noch mal einen Rückfall geben, ist das kein Problem mehr, denn Sie sind mit der besseren Alternative sehr vertraut.
Herzlichen Glückwunsch! Der Moment an dem einem bewusst wird, dass man ein selbstschädigendes oder selbstverletzendes Verhalten in eine gute neue Gewohnheit verwandelt hat ist ein wunderbarer Augenblick und ein Meilenstein im Leben.
Menschen, die Sie sehr gut zu kennen glaubten werden sich verwundert die Augen reiben, manche werden versuchen, Sie wieder in altes Fahrwasser zu verführen, weil es für Sie angenehmer und vertrauter erscheint.
Am besten, Sie gehen dem aus dem Weg und wechseln dann jeweils das Thema. Sie haben einen Sieg für sich selbst errungen. Die anderen werden sich schnell an ihr neues Verhalten gewöhnt haben und es dann akzeptieren. Freundschaften müssen Sie nicht aufs Spiel setzen.
Fallen ihnen jetzt vermehrt schlechte Vorbilder auf, so denken Sie wohlwollend und akzeptierend über sie. Wenn jemand ernsthaft daran interessiert ist, warum Sie sich plötzlich in einer Gewohnheit so positiv verändert haben, können Sie demjenigen diesen Artikel hier zeigen ;-)
Und wenn ich alle schlechten Gewohnheiten abgelegt habe?Das wäre sensationell. Der Prozess der Veränderung von Gewohnheiten hört jedoch nie ganz auf. Es gibt immer irgend etwas zu verbessern oder zu verändern. (Solange bis wir alle Götter auf Erden sind :-) )
Genießen Sie deshalb ihr Leben in vollen Zügen und wenn es an der Zeit ist, machen Sie bei Schritt 1 weiter mit der nächsten Gewohnheit.
Schreiben Sie uns gerne ihre Erfahrungen mit der Veränderung von Gewohnheiten. Wenn Sie es mit der hier geschilderten Methode probieren wollen, würde ich mich über einen Erfahrungsbericht enorm freuen!
Selbstschädigendes Verhalten und schlechte Gewohnheiten ändernAutor: Tobias Abend
Redaktion Lernen-Fühlen-Verstehen
tobias2009@gmail.com
Lesetipps:Wünsche selbst erfüllen zur Gewohnheit machen:
Weg zur Wunscherfüllung in 12 SchrittenSelbstliebe:
Fragen, Antworten und Übungen für mehr SelbstliebeSprüche und Lebensweisheiten für Erfolg und Wohlbefinden:
Lebensweisheiten für ein glückliches und erfolgreiches Leben
Raucherentwöhnung,
Tipps
Vom Fluch zum Segen,
wie man belastende Flüche lösen kann.
Die Reihe Kraftquelle, Glück in der Liebe, Selbstliebe und Wohlbefinden pur:
Sprecherin: Annette Maria Böhm (Böhm Media & Arts)
Autor: Tobias Abend
Verlag: Lernen Fühlen Verstehen
Veränderungs-Wirksamkeit: hoch
CDs, mit Links zu den Hörproben:
Kraftquelle
Glückliche Partnerschaft CD 1 und 2
Kraftquelle
Selbstliebe
Kraftquelle
Glücksgefühle