Sollen oder dürfen Frauen in Christen-Gemeinden lehren?

Sollen oder dürfen Frauen in Christen-Gemeinden lehren? Sollen Frauen Biblisches lehren in der Gemeinde?
Sollen oder dürfen Frauen in den Christen-Gemeinden lehren? Gab Gott den Frauen unter den Christen die Aufgabe des Lehrens?
Sollen oder dürfen Frauen in den Christen-Gemeinden lehren? Darf eine Frau als Bibellehrerin wirken?

Hat Gott für Frauen das Lehren in der Gemeinde vorgesehen?

Der Daseinszweck eines wiedergeborenen Christen besteht darin, den Herrn Jesus mit seinem ganzen Denken und Verhalten zu ehren und das Wesen Jesu (im Leib des Christus, also in der Gemeinschaft der bekehrten, echten Christen) auf der Erde darzustellen (Vgl. z.B. Epheser 5,26-27)

Dies ist freilich nur dann möglich, wenn der Christ das Wort Gottes/Das Wort des Herrn Jesus achtet und befolgt. So sollte es für jeden echten Christen kennzeichnend sein, das Wort Gottes beständig zu lesen, es in Teilen auswendig zu lernen und beständig im Alltag danach zu leben.

Seit ich zum Glauben an Jesus gekommen bin, lese ich das Alte Testament der Bibel ca. einmal jährlich durch. Das Neue Testament, insbesondere die apostolischen Lehrbriefe, lese ich mehrmals im Jahr und ziemlich sorgfältig durch. Ich ermutige jeden echten Christen, ebenfalls beständig und immer wieder flächendeckend die ganze Bibel zu lesen, insbesondere das Neue Testament.

Bestimmte Fragestellungen und biblische Themen studiere ich manchmal gesondert und mache Bibelarbeiten dazu (z.B. "Leiden um Christi Willen", "Kann ein Christ vom Glauben abfallen", "Calvinismus biblisch?" etc..).

Meine Frau steht mir da in nichts zurück, sondern sie verweilt oft sogar noch länger über dem Wort Gottes als ich. Während ich am Morgen meist nach ca. einer Stunde Beten und Bibellesen zum Berufsalltag oder zu praktischen Diensten übergehe, vertieft sich meine Frau manchmal über mehrere Stunden intensiv in das Wort Gottes, wie ich es in nur in den ersten Jahren nach meiner Bekehrung zu Jesus getan habe.

So kommt es, dass meine Frau in manchen Fragen die biblische Antwort besser parat hat als ich. Auch ist sie mir mit Fragen zur Bibel eine (willkommene) Herausforderung. Ich attestiere ihr nicht nur eine gute Bibelkenntnis, sondern auch die Fähigkeit, biblische Inhalte an andere weiter zu geben. Dies kommt ihr in der Nachfolge Jesu und im Dienst an gläubigen Schwestern, der ihr besonders liegt, zu Gute. Soll oder darf sie nach Gottes Wille (Gottes Wort) auch gegenüber Männern lehren? Darf Sie in der Gemeinde biblisch lehren oder z.B. den Bibel-Hauskreis leiten?

Hat Gott für Frauen unter den echten Christen die Aufgabe des Lehrens vorgesehen?

Es geht nicht darum, welche Auffassung Menschen zu dieser Frage haben oder wie die Praxis in den meisten Christengemeinden heute aussieht. Gottes Wille zu allen Fragen der Gemeindeordnung finden wir vorallem in den apostolischen Lehrbriefen und ganz besonders in den Briefen des Paulus.

Im 1. Timotheus-Brief lehrt uns Gottes Wort:

1. Tim 2,9-15 Ebenso [will ich] auch, dass sich die Frauen in ehrbarem Anstand mit Schamhaftigkeit und Zucht schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder aufwändiger Kleidung, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen.

Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und geriet in Übertretung; sie soll aber [davor] bewahrt werden durch das Kindergebären, wenn sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.


Nach Vers 9-11 soll eine Nachfolgerin Jesu nicht durch Äußerlichkeiten auffallen oder gar aufreizend gekleidet sein.

Bezüglich Lehren ordnet Gottes Wort den Frauen an, dass sie es nicht tun dürfen. Für den Ort, wo das Lehrverbot gilt, lesen wir hier keine Einschränkung.

Da der Timotheus-Brief ein Lehrbrief für die neutestamentliche Gemeinde ist, schließe ich, dass sich das biblische Lehrverbot für Frauen auf das Lehren von biblischen Inhalten im Gemeindekontext bezieht. Somit wäre es einer Frau nicht generell verboten zu lehren oder z.B. den Beruf einer Lehrerin in einer staatlichen Schule auszuüben.

Da hier im selben Vers auch die Unterordnung unter den Mann erwähnt ist, lässt sich schließen, dass sich der Aufruf an Frauen, nicht zu lehren von Gott insbesondere für alle Situationen gilt, wo in geistlicher Gemeinschaft Männer mit dabei sind.

D.h. wenn ein Hauskreis nur aus Frauen besteht, dann wird es nicht ausbleiben, dass die ein oder andere Frau in der ein oder anderen Art und Weise lehrt. Auch wenn eine Frau eine Kinder- oder Jugendstunde hält, kann das biblische Lehre beinhalten, weil keine Männer dabei sind. In den Gemeindeversammlungen, wo Männer mit dabei sind, soll gemäß Gottes Wille jeweils ein Mann die Leitung der Gruppe und die biblische Lehre übernehmen.

Nicht im Vordergrund stehend, sondern in der Stille lernen

Lernen soll die Frau nach dem Willen Gottes im Stillen, also ohne viele Worte. Eine dem Herrn Jesus und seinem Wort treue Frau wird sich auch bereitwillig und gerne gegenüber Männern in der Gemeinde und ihrem Mann unterordnen, wie wir es in unserem Artikel sollen Frauen beim Beten ein Kopftuch oder eine Kopfbedeckung tragen ausgeführt haben.

Die Begründung, warum Gott der Frau das Gebot der Unterordnung gab, wird uns in den Versen 13-15 auch geliefert. Es war die Frau, die (aufgrund ihrer Sinnlichkeit) durch die Schlange zuerst verführt wurde und das Gebot Gottes durch Essen vom Baum der Erkenntnis übertrat. Eine Frau ist von ihren Qualitäten, die Gott ihr geschenkt hat, nicht dafür prädestiniert, biblische Lehrerin zu sein.

Warum viele Christen ihre Not mit der biblischen Gemeindeordnung haben

Ein wesentlicher Grund, warum in vielen Gemeinden das Lehrverbot für Frauen nicht beachtet wird, ist, dass Männer ihre Lehr-Verantwortung nicht überall und nicht gewissenhaft wahrnehmen. Durch die Bibel wissen wir, dass der Mann die geistliche Lehrverantworung in den Ehen haben.

In den Gemeinden sind es hauptverantwortlich die Ältesten aber auch die übrigen lehrfähigen Brüder, die Verantwortung für die Lehre tragen. Männer wurden dazu von Gott auch wesensmäßig ausgerüstet. Sie sind weniger beziehungsorientiert und damit weniger abhängig von der Gunst der Zuhörer als Frauen. Daher fällt es Männern leichter, eine biblische Lehre sachlich vorzutragen und sie beizubehalten, ohne sich dabei von der Gunst der Zuhörer bestimmen zu lassen.

Ein weiterer Grund ist, dass auch die Christen durch Medieneinflüsse und schlechte Vorbilder vom Geist dieser Welt geprägt sind. Der Geist dieser Welt ist ein Geist der Auflehnung gegen Autoritäten und gesunde Ordnungen. Je mehr ein Christ von dem Geist dieser Welt geprägt ist, desto schwerer wird er die biblische Lehre in allen Punkten umzusetzen bereit sein.

Gemeindeordnung und Verbot zu Lehren für Frauen dient zum Schutz der Gemeinde

Durch die Ordnung in den christlichen Versammlungen soll die Gemeinde Jesu vor Übertretung und Verführung geschützt werden. Die gute Ordnung Gottes dient zum Schutz der Christen vor Verführung.

Hätte Gott den gläubigen Frauen biblische Lehrverantwortung zugeteilt, so kämen sie damit automatisch auch in eine Form von Führungsverantwortung. Damit verbunden ist immer auch die Gefahr der Irreführung. Die Verantwortung der geistlichen Leitung einer Gemeinde und Ehe hat Gott ebenfalls den an Jesus gläubigen Männern zugedacht.

So wie eine weltliche Firma nur gut funktionieren kann, wenn es eine verantwortliche Leitung gibt, so kann auch eine Christen-Gemeinde nur dann gesund sein, wenn sie nach biblischen Maßstäben geleitet wird.

Auch die folgende Versstelle enthält kein Lehrgebot für die Frauen und hebt die oben behandelte Versstelle nicht auf. Sie besagt, dass Frauen durch gute Werke vorbildhaft leben sollen und dass sie jüngere Frauen anleiten sollen, ihre Männer und Kinder zu lieben. Wenn also Frauen das Wort Gottes eifrig studieren und das Gelernte vorbildhaft ausüben und an im Glauben jüngere Frauen weitergeben, so tun sie Gottes Wille:

Titus 2 Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht: 2 dass die alten Männer nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; 3 dass sich die alten Frauen gleicherweise so verhalten sollen, wie es Heiligen geziemt, dass sie nicht verleumderisch sein sollen, nicht vielem Weingenuss ergeben, sondern solche, die das Gute lehren, 4 damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, 5 besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.

Auch die folgende Versstelle unterstreicht, dass die Frau keine Lehrverantwortung in Christengemeinden übernehmen soll (bzw. darf):

1. Korinther 14,29-35

Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen es beurteilen. Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so soll der erste schweigen. Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden. Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen. Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist für Frauen schändlich, in der Gemeinde zu reden.

Résumé
  • Eine Nachfolgerin Jesu ist von Gott nicht dazu bestimmt, biblisch zu lehren
  • Eine Frau kann durchaus fähig sein zu lehren und sie sollte ihre Bibel beständig studieren und sie gut kennen.
  • Sie soll aber, weil Gott eine gesunde Ordnung für die Gemeinde Jesu hat, nicht biblisch lehren.
  • Das Lehrverbot für Frauen hat nichts mit geringerer Wertigkeit oder Bedeutung der Frauen zu tun.
  • Das Gebot für Frauen, nicht zu lehren steht im Zusammenhang mit dem Gebot der Unterordnung der Frauen gegenüber Männern.
  • Gott hat, zum Schutz der Gemeinde Jesu die Aufgabe des Lehrers den Männern zugeteilt.
  • Männer wurden von Gott von ihrem Wesen her weniger beziehungsabhängig und weniger gefühls- und personenorientiert geschaffen.
  • Gott nimmt die zu Jesus bekehrten Männer in die Verantwortung des Lehrens.
  • Missachten die Männer ihre Verantwortung, so verführen sie Frauen dazu, das Gebot nicht zu lehren zu übertreten.
  • Das Lehrverbot für Frauen ist auf Sitationen anzuwenden, wo es um biblische Inhalte geht.
  • Somit ist das Lehrverbot insbesondere immer dann anzwenden, wenn gläubige, lehrfähige Männer anwesend sind
  • Eine Christenversammlung, die das Wort Gottes nicht in allen Punkten ernst nimmt, wird dem Herrn Jesus nicht alle Ehre machen.
Redaktion Lernen Fühlen Verstehen
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